URL dieser Seite: https://nordrhein.igbce.de/-/UNS

21.02.2019

Tarifverhandlung Papierindustire

1. Bundestarifverhandlung Papier am 19.2.2019

Die erste Verhandlungsrunde in Hannover stand ganz im Zeichen der Wirtschaftsdebatte und Begründung unserer Forderungen. Die Verhandlung wurde ohne ein Angebot der Arbeitgeber vertagt. Die Tarifkommissionsmitglieder nutzen die Gelegenheit, unsere Forderungen zu begründen:

  • 5,5% Erhöhung der Löhne und Gehälter
  • Verdoppelung des Urlaubsgeldes
  • Zukunftssicherung durch Fachkräfteausbildung – einheitliche überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütung in allen Ausbildungsjahren
  • Laufzeit der abschließenden Verträge soll sich am Gesamtergebnis ausrichten.
  • Aufnahme von Verhandlungen über einen bundeseinheitlichen Entgeltrahmentarifvertrag nach Abschluss der Verhandlungen in 2019

IG BCE

1. Bundestarifverhandlung Papier am 19.2.2019 Helmut Schmitz, Betriebsratsvorsitzender Kanzan
" 2018 war für Kanzan am Ende ein gutes Jahr, dank auch der  hohen Flexibilität der Belegschaft. Die Produktion von Thermopapier war mit einigen Widrigkeiten verbunden .
Daher erwarten die Mitarbeiter zu   Recht Wertschätzung für ihre Leistung. Eine deutliche prozentuale Erhöhung der Löhne ist daher  unbedingt notwendig.
Auch für die Zukunft müssen wir die Papierindustrie attraktiver gestalten, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dazu dient im Übrigen auch die Verdopplung des Urlaubsgeldes, wobei wir hier wahrlich nicht über utopische Zahlen reden."

Peter Schuld, IG BCE Industriegruppensekretär, analysierte die wirtschaftliche Ausgangslage in der Papierindustrie, die 2018 bei der Umsatzentwicklung ein Rekordjahr erreichte und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis stellte. Die insgesamt stabile wirtschaftliche Lage in der Papierindustrie beweist sich auch an dem erstmals wieder –wenn auch moderaten -  Personalaufbau. Die ca. 30 Diskussionsbeiträge unserer Bundestarifkommissionsmitglieder, wie auch Verhandlungsführer Frieder Weißenborn machten deutlich, dass die Beschäftigten daher zu Recht eine ordentliche Erhöhung der Gehälter und Löhne ebenso erwarten, wie die Verdoppelung des Urlaubsgeldes. Ein weiterer Grund für die berechtigten Erwartungen: Inflationsrate und die allgemeine tarifliche Entwicklung, von der die Papierindustrie nicht abgehängt werden darf.

Die Arbeitgeber, die mit 11 Vertretern anwesend waren, hatten erwartungsgemäß eine andere Einschätzung von der wirtschaftlichen Lage. Sie hoben die Schwierigkeiten in der Papierindustrie hervor, insbesondere Produktionsrückgang, Strukturwandel und massiv angestiegene Zellstoffpreise.

Die Arbeitgeber machten deutlich einen Kompromiss erzielen zu wollen. Konkret formuliert wurden zu unseren Forderungen u.a.:

-die Tarifentwicklung in der Papierindustrie war gut, denn die Tariflohnentwicklung in den letzten Jahren war doppelt so hoch wie die Inflationsrate

- das Ergebnis muss sich nach den schlechtesten Segmenten in unseren Branchen richten

- die Forderung der Verdoppelung des Urlaubsgelds spielt in den Betrieben keine Rolle

- den Entgeltrahmentarifvertrag gibt es nur im Gesamtpaket

Und damit ist klar, noch liegen unsere Vorstellungen über einen Abschluss weit auseinander. Die regionale Vershandlungsführerin Viola Denecke fordert: „Die nächste Verhandlungsrunde am 5. März muss Klarheit bringen, wir erwarten mehr Realitätsbezug von den Arbeitgebern. Denn wir sind es wert:

Gute Löhne und Gehälter. Wir sind es wert, dass das Urlaubsgeld verdoppelt wird. Auszubildende sind es wert, einen größeren Schritt in der Ausbildungsvergütung zu erhalten. Denn die Papierindustrie wird im Wettbewerb um Facharbeiter nur so bestehen können.“