„Offensiv, beteiligungsorientiert, konkret“

Landesweiter Erfahrungsausstauch des Projektes Arbeit 2020 in NRW

Die Landesregierung und die Gewerkschaften haben sich seit 2016 über eine Offensive „Arbeit 2020“ für die digitale Welt verständigt. Die IG BCE Nordrhein ist seit dem Anfang im Digitalisierungsprojekt dabei. Nun zog sie vor 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Bilanz.

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Frank Eroeffnung Arbeit2020 Veranstaltung

Abteilungsleiterin Ramb aus dem Arbeitsministerium würdigte das hohe Engagement der Gewerkschaften:

„Uns ist wichtig, dass Beschäftigte die Chancen der Digitalisierung erkennen und nutzen können. Ideal ist es, wenn sie Innovations- und Zukunftskonzepte für den Betrieb mitentwickeln können. Dem Landesarbeitsministerium ist es deshalb ein großes Anliegen, mit beteiligungsorientierten Projekten wie „Arbeit 2020“ Betriebsräte und Beschäftigte für die Gestaltung des digitalen Wandels in ihren Unternehmen fit zu machen.“

Die Projektleiterin und stellvertretende Landesbezirksleiterin Viola Denecke ist froh, dass das Projekt noch mal bis Ende 2021 fortgeführt wird „Das ist für uns eine riesige Chance. Viele Unternehmen in NRW sind in ihrer Digitalisierungsstrategie schon sehr weit und es besteht nach wie vor ein enormer Handlungsbedarf. In den Projekten ist es uns gut gelungen, gemeinsame Verabredungen über Handlungsfelder und Vorgehensweisen mit den Arbeitgebern zu treffen: Steuerungskreise, Projektplanung und Qualifizierungskonzepte stehen dabei im Mittelpunkt.“ In fast 10 Unternehmen konnte inzwischen der Landesbezirk gemeinsam mit den Betriebsräten und Arbeitgebern die Digitalisierungsanalysen anhand der Betriebslandkarte durchführen.

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Arbeit 2020 Viola Denecke praesentiert

Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der chemischen Industrie wird der digitalen Entwicklung weitere Dynamik verleihen und den Gestaltungsauftrag der Sozialpartner herausfordern.  Dr. Urban von Lanxess veranschaulichte die hohe Bedeutung der KI auch für die chemischen: Klar wurde, der Prozess hat erst begonnen, noch steht die Chemische Industrie am Anfang der Nutzung von KI, aber sie ist eine große Chance für die Verbesserung industrieller Prozesse. Ihre Wirkungen auf Arbeit und Menschen werden fundamental sein.

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Arbeit2020_Wortbeitrag

Landesbezirksleiter Frank Löllgen betonte die proaktive sozialpartnerschaftliche Steuerung der Digitalisierungsprozesse: „Natürlich verändert Digitalisierung die betrieblichen Tätigkeitsprofile, übernimmt Funktionen in Verwaltung und Produktion. Diese Strukturumbrüche sehen wir überall. Aber wenn wir hier rechtzeitig die Veränderungen aufnehmen, Qualifikationsstrategien in den Mittelpunkt stellen, kann es uns auch helfen Antworten auf Demografie, Fachkräftemangel und körperliche Belastungen zu finden“. 

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Arbeit2020 Abstimmung

Zu den Workshops

Fazit aus Workshop 1: Sozialpartnerschaftliche Gestaltung digitaler Prozesse im Betrieb

Durch die Erfahrungen aus dem Projekt „Arbeit 2020 in NRW“ zur Gestaltung von digitalen Prozessen haben wir gelernt, dass nur durch eine gemeinsame proaktive Abstimmung zwischen dem Betriebsrat und dem Arbeitgeber eine erfolgreiche Gestaltung von Veränderungsprozessen möglich ist. Es ist daher für beide Seiten sinnvoll, wie am Beispiel von Chemion und BASF gezeigt wurde, dass im Betrieb ein sozialpartnerschaftlicher Prozess eingeführt wird, der die Zusammenarbeit von Betriebsrat und Geschäftsführung bei Veränderungsprozessen durch Digitalisierung strukturiert. Gemeinsamer Steuerungskreis, Projektchecklisten, Ablaufvereinbarungen und Zukunftsvereinbarungen sind wichtige Bausteine, damit Betriebsräte frühzeitig in die Entscheidungsfindung eingebunden und die Beschäftigten umfassend informiert werden. Thorsten Sundmacher, Sustain Consult, berichtete über die Ergebnisse aus dem Projekt Arbeit 2020 im Kontext der sozialpartnerschaftlichen Gestaltung von Arbeitsstrukturen.

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Arbeit2020 Workshop Bernhard

Fazit aus Workshop 2: Die neue Qualität der Qualifizierungsanforderungen in der digitalen Arbeitswelt

Die Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Digitalisierungsprozess ist bei veränderten Berufsanforderungen, aber auch bei Personalveränderungen zentral und kann den Menschen Sicherheit und Perspektive geben. Darüber hinaus allerdings, so die Berichte von BASF und dem CITT (Continental) muss auch insgesamt die Erhaltung von Beschäftigungsfähigkeit im Blick bleiben. Gerade für ungelernten und angelernte Beschäftigte besteht hoher Handlungsbedarf, diese im Prozess der Digitalisierung mitzunehmen und mit passenden Lehrinhalten und Lernmethoden an die Themen heranzuführen. Die Qualifizierung muss dabei auf die individuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse der Beschäftigten angepasst und ihnen Zeiträume und Orte geschaffen werden, um sich weiter zu qualifizieren. Die Erlangung einer formalen Qualifikation ist dabei auch ein Ziel. Die Veränderungen durch Digitalisierung bedürfen einer Qualifizierungsoffensive, die nicht erst bei Facharbeitern beginnt. Jörg Kunkel, Abteilungsleiter Arbeitsmarkt und Qualifizierungspolitik bei der IG BCE, stellte die Qualifizierungsoffensive der IG BCE vor.

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Arbeit2020 Workshop Michael

Fotostrecke:

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