IG BCE Frauen diskutieren rege

Arbeitszeitflexibilität - Chance oder Risiko?

„Die Wünsche der weiblichen Beschäftigten und die betriebliche Realität der Arbeitszeitgestaltung gehen weit auseinander“ – so das Fazit der gemeinsamen Frauenklausur aller Bezirksfrauenausschüsse mit mehr als 30 Frauen in Haltern am See.

Überstunden, geringe Möglichkeiten für Telearbeit, mobiles Arbeiten oder auch lange Gleitzeitrahmen waren nur einige der Themen, die engagiert diskutiert worden sind.

IG BCE

Arbeitszeitsoveränität

Die Bezirksfrauenausschussmitglieder waren davon überzeugt, dass betriebliche Arbeitszeitregelungen sich stärker nach gesundheitlichen sowie lebensphasenorientierten Anforderungen richten müssen. Nach wie vor gibt es einen hohen Bedarf nach Zeitsouveränität, um mehr Spielräume für die Vereinbarkeit von privatem Leben und Arbeitsleben zu ermöglichen.

Referent Frank Brenscheidt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund berichtete aufgrund zahlreicher Studien von einem deutlichen Zusammenhang zwischen zunehmender Länge der Arbeitszeit bzw. der Anzahl der Überstunden und nachgewiesenen gesundheitlichen Beschwerden. Er stellte auch klar, dass atypische Arbeitszeiten wie Schichtarbeit aber auch mobiles Arbeiten mit besonderen Belastungen einhergehen.

 Das Resümee der Landesbezirksfrauensekretärin Viola Denecke lautete deshalb: „Auch wenn besonders wir Frauen zu Recht mehr Zeitsouveränität einfordern, ist die Gradwanderung von Flexibilität und gesunden Arbeiten schmal. Daher bedarf es klarer betrieblicher und tarifvertraglicher Regelungen, um im digitalen Zeitalter gute Arbeit mit gutem Leben verbinden zu können.“

Mit diesem Auftakt zu einer intensiven Arbeitszeitdebatte will der Landesbezirksfrauenausschuss sich für den IG BCE Frauentag im nächsten Jahr einbringen und positionieren.

Die Zielrichtung des Frauentages stellte Marion Hackenthal, Abteilungsleiterin Frauen/Gleichstellung vor. „Auf dem 6. Frauentag der IG BCE diskutieren wir die Themen mit der Frage, was wollen wir die kommenden vier Jahre erreichen. Das Thema Arbeitszeitsouveränität ist dabei wichtig. Die Digitalisierung bietet Möglichkeiten, die es früher so nicht gab, damit die digitale Arbeitswelt für mehr Lebensqualität und Chancengleichheit genutzt werden kann. Ein Selbstläufer wird das nicht. Wir müssen uns dafür stark machen, dass auch Frauen Gewinnerinnen des Prozesses werden."

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