BILDUNG, GESUNDHEIT, MANAGEMENT

CHEMIE-SOZIALPARTNER ZEICHNEN LEITBILDER FÜR DIE ARBEIT VON MORGEN

Ein neues agiles und sozialpartnerschaftliches Format für die Herausforderungen der Zukunft – das ist WORK@industry4.0, die 2017 gestartete Dialogplattform von Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).

IG BCE / BAVC

Work@Industrie 4.0 Der Sozialpartner-Dialog schafft die Grundlage, um die Chancen neuer Technologien für die Branche zu nutzen und Arbeitsbedingungen für die Zukunft attraktiv zu gestalten

In diesem innovativen Format haben Arbeitgeber und Gewerkschaft gemeinsam mit Experten*innen aus der betrieblichen Praxis Antworten auf die Transformation der Arbeitswelt entwickelt: unsere Weiterbildungsstrategie 2025, Leitlinien für gutes und gesundes Arbeiten 4.0 sowie für moderne Führung. Über diese inhaltlichen Schnittmengen hinaus liefert WORK@industry4.0 auch eine Blaupause für sozialpartnerschaftliche Kooperation im Betrieb: Raum für Ideen, Dialog auf Augenhöhe und Denken abseits eingefahrener Muster.

Stiller: „Neue Herausforderungen gemeinsam angehen“

„Die neuen Herausforderungen in der Arbeitswelt können wir nur gemeinsam bestehen“, unterstreicht BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller. „Mit WORK@industry4.0 haben wir Raum zum Denken abseits der tradierten Rollen geschaffen. Wir haben das Ergebnis in den Mittelpunkt gestellt und ohne Scheuklappen mit den Praktikern diskutiert, was geht und was nicht geht. Die gemeinsam erarbeiteten Leitbilder sprechen für sich. Jetzt geht es darum, diese Leitbilder in die Tat umzusetzen und zugleich das Modell WORK@industry4.0 für die Transformation in den Unternehmen zu nutzen.“

Grioli: „Die Beschäftigten wollen Arbeit 4.0 mitgestalten“

„Die Beschäftigten haben keine Angst vor Digitalisierung und Arbeit 4.0, sie wollen sie in ihren Betrieben aber aktiv mitgestalten“, sagt Francesco Grioli, im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE verantwortlich für den Bereich Digitalisierung. „Das ist auch deshalb wichtig, weil mit dem rasanten Wandel der vergangenen Jahre die Arbeitsbelastung weiter gestiegen ist. Für drei dafür zentrale Einflussfaktoren haben die Sozialpartner mit WORK@industry4.0 nun ein gemeinsames Verständnis für Gute Arbeit von morgen entwickelt, das für die Industrie insgesamt beispielgebend ist.“    

Zielbild Weiterbildung 4.0 – die Weiterbildungsstrategie bis 2025

Das neue „Zielbild Weiterbildung 4.0“ setzt den Rahmen für die im Tarifabschluss 2019 vereinbarte „Qualifizierungsoffensive Chemie“ und konkretisiert die Selbstverpflichtungen von BAVC und IG BCE zur Nationalen Weiterbildungsstrategie. Die Chemie-Sozialpartner verpflichten sich mit dieser Strategie auf zehn Ziele, die sie bis 2025 erreichen wollen, darunter die Weiterentwicklung bestehender Berufsbilder vor dem Hintergrund des digitalen Wandels, spezielle Weiterbildungsangebote für Beschäftigte in der Produktion und die stärkere Nutzung von Qualifizierungszeiten, bei denen Mitarbeiter*innen einen Eigenbeitrag in Zeit einbringen. Grundlegendes Verständnis beider Sozialpartner ist das Prinzip der geteilten Verantwortung: Weiterbildung ist eine gemeinsame Aufgabe von Arbeitgebern und Beschäftigten.

Initiative „Gutes und gesundes Arbeiten 4.0 in der Chemie-Branche“

Die Digitalisierung der Arbeitswelt stellt auch neue Anforderungen an das betriebliche Gesundheitsmanagement. Im Rahmen des WORK@industry4.0-Prozesses haben beide Seiten daher ihre bestehende Sozialpartner-Initiative entsprechend aktualisiert und angepasst. Es gilt, die psychische Gesundheit der Beschäftigten mehr in den Fokus zu nehmen – etwa durch das Aufzeigen von Ansätzen für betriebliche Lösungen zum Schutz vor arbeitsbedingten Belastungen und zur Stärkung der persönlichen Kompetenzen der Beschäftigten im Umgang mit Belastungen. Die Chemie-Sozialpartner wollen hierzu konkrete Hinweise für die betriebliche Praxis erarbeiten. So sollen Gefährdungsbeurteilungen künftig auch die Herausforderungen der digitalisierten Arbeitswelt, wie beispielsweise Mensch-Maschine-Interaktion, stärker berücksichtigen. Eines bleibt dabei unverändert: Die Gesundheit und ihre Erhaltung liegen immer auch in der Verantwortung jedes*jeder Einzelnen selbst.

Leitbild Führung 4.0

Angesichts eines mehr und mehr durch Volatilität, Unsicherheit und Komplexität gekennzeichneten Wettbewerbs- und Arbeitsumfelds sind Führungskräfte heute geforderter denn je. BAVC und IG BCE haben ein Leitbild entworfen, in dem zentrale Qualitätsansprüche an die Chemie-Führungskraft 4.0 formuliert werden. In sieben Kernwerten beschreiben sie ein Führungsverhalten 4.0, das sich positiv auf Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen auswirkt und gleichzeitig Kreativität, Innovationen und Wettbewerbsorientierung fördert.

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