Arbeit 2020 NRW

Konferenz „Arbeit 2020: zum Greifen nah!“

Wie können Betriebsräte die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Zeiten der Digitalisierung am besten vertreten? Darum geht es in dem Projekt Arbeit 2020 in NRW der Gewerkschaften IG Metall, IG BCE, NGG und des Deutschen Gewerkschaftsbundes NRW. Rund 200 Betriebsräte und Interessierte aus Wissenschaft, Politik und Beratung sind am 28. Januar 2019 in die Dortmunder Arbeitswelt Ausstellung gekommen, um an der Konferenz „Arbeit 2020: zum Greifen nah!“ teilzunehmen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der direkte Erfahrungsaustausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen.Zukunft geht nur gemeinsam

Thomas Range

Konferenz Arbeit 2020 zum Greifen nah

In dem Forum Qualifizierung 4.0 berichteten Dr. Viola Denecke (Projektleiterin IGBCE) und Dr. Urs Peter Ruf (Berater TBS NRW) über Herausforderungen und neuen Methoden der betrieblichen Weiterbildung im Organisationsbereich der IG BCE. Es bedarf einer neuen Qualifizierungsoffensive, deren Inhalt und Form den Anforderungen einer immer stärker digitalisierten Welt Rechnung tragen muss, die über das arbeitsplatzbezogene Lernen hinausgehen und die fit für die Zukunft machen.

Anke Heinisch und Marc Kregel, Betriebsräte bei BASF Personal Care and Nutrition, haben aus dem Projekt Arbeit 2020 genau dies als wichtiges Handlungsfeld mitgenommen. „Es hat uns überrascht, wie stark der Verwaltungsbereich sich verändern wird“, berichtet Heinisch. Im Laufe des Prozesses sei darüber hinaus deutlich geworden, dass sich Qualifizierung, Informationspolitik sowie die Führungskultur an neue Gegebenheiten in einer digitalen Industrie anpassen müssen. Als Folge werden im Unternehmen nun Qualifizierungsassistentinnen und -assistenten eingeführt. Sie analysieren haargenau, welche Qualifikationen für jeden einzelnen Schritt eines Arbeitsablaufes nötig sind und welche Qualifikationen die Kolleginnen und Kollegen mitbringen. Die IG BCE-Mitglieder sind überzeugt: Das nützt Beschäftigten und Unternehmen, um z.B. zu sehen, wo Qualifizierungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt werden.

Mittlerweile sind über 50 Betriebe in das Projekt Arbeit 2020 eingebunden. Gute Beispiele wirken immer mehr als Türöffner und ermutigen weitere Betriebsräte, den Herausforderungen der Zukunft durch aktive Mitgestaltung zu begegnen. Sie sind der beste Beweis dafür, dass Mitbestimmung ein wesentlicher Innovationsfaktor sein kann.

Das betont auch DGB NRW-Chefin Anja Weber in ihrer Rede: „Es ist meine feste Überzeugung, dass Unternehmen mit einer gut verfassten Sozialpartnerschaft die Herausforderungen einer Arbeitswelt 4.0 erfolgreicher meistern werden als Unternehmen, in denen dies nicht der Fall ist

IG BCE Landesbezirksleiter Frank Löllgen bedankte sich bei den Betriebsräten für die gestaltende Rolle, die sie im Zuge von Digitalisierungsprozessen – auch unterstützt durch das Projekt Arbeit 2020 – einnehmen. Er forderte die Landesregierung auf, weiter die Interessen von Beschäftigten in einem sozialpartnerschaftlichen Dialog zu unterstützen und den Fokus nicht nur auf Startups zu legen. Projekte und Beratungen von Gewerkschaften helfen, Akzeptanz und gute Arbeit im digitalen Wandel zu unterstützen. „Beteiligung muss rechtzeitig beginnen und nicht erst bei der Information an den Wirtschaftsausschuss. Der gesetzliche Rahmen für die betriebliche Mitbestimmung muss daher an die neuen Herausforderungen angepasst werden.“

Arbeit 2020 zum Greifen nah!

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