Chemische Industrie im Zeitalter der Digitalisierung

Digitalisierung ist gestaltbar!

Der Einladung der IG BCE nach Leverkusen folgten am 24.10.2016 über 60 interessierte Betriebsräte. Die rege Teilnahme an der Veranstaltung „Die Chemische Industrie im Zeitalter der Digitalisierung“, die im Rahmen des Projekts Arbeit 2020 in NRW stattfand, zeigte, dass die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 die Kolleginnen und Kollegen bewegen und es Bedarf an Austausch und Informationen gibt. Zu diesem Schluss kam auch die Projektleiterin Dr. Viola Denecke, die die Teilnehmer begrüßte.

Bernd Röttgers

Staatssekretär Dr. Wilhelm Schäffer

Dass viele Betriebsräte schon in der Digitalisierung angekommen sind, zeigten nicht nur die Tweets und Facebookeinträge, die die Veranstaltung live begleiteten, sondern auch drei Betriebsräte, die von der praktischen Umsetzung in ihren Betrieben berichteten.

Sigrid Ziarek von der Bayer Vital GmbH sprach über den Wandel der Tätigkeiten eines Pharmavertreters, der bei seiner Arbeit seit Neuestem von einem mit Datenbanken verbundenen Tablet unterstützt wird. Auch bei Continental in Aachen ist die Digitalisierung angekommen, wie Standortbetriebsrat Norbert Totzek berichtete. Dort werden die Produktionsmaschinen in das Datennetz des Unternehmens integriert. Auch hier spielen Daten und ihre Auswertung eine zentrale Rolle. Holger Paul, Betriebsratsvorsitzender der ASK Chemicals, stellte in seinem Statement klar, wie wichtig die frühzeitige Einbindung des Betriebsrats und der Beschäftigten bei der erfolgreichen Umsetzung der Industrie 4.0 ist.

Wie wichtig das Thema für die Landespolitik ist, stellte Staatsminister Dr. Wilhelm Schäffer zu Beginn der Veranstaltung dar. Seit dem letzten Jahr fördert die Landesregierung das Projekt „Arbeit 2020 in NRW“, das zum Ziel hat, Betriebsräte bei der Mitgestaltung der Digitalisierung aktiv zu unterstützen.

Einen umfassenden Einblick in die Besonderheiten der Industrie 4.0 in der chemischen Industrie präsentierte Dr. Thorsten Pötter von der Bayer AG in seinem Vortrag. Dabei stellte er vor allem die technischen Aspekte der Digitalisierung heraus und ordnete das Thema in einen größeren Kontext ein.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in Workshops zu dem aktuellen Stand der Digitalisierung und den damit einhergehenden Chancen und Herausforderungen auszutauschen und das im Projekt genutzte Werkzeug der Betriebslandkarte kennen zu lernen. Dabei stellten die Teilnehmer häufig fest, dass einige Digitalisierungsthemen auch in anderen Unternehmen akut sind, und nutzten die Möglichkeit zum Austausch.

Auch wenn die Industrie 4.0 häufig technisch betrachtet wird, gehören zu deren Umsetzung auch weitere Bereiche, wie die Anpassung von Geschäftsmodellen und –prozessen sowie die Vernetzung zu Kunden und Lieferanten. Einen Einblick in diese strategischen Aspekte bot Dr. Henrik Hahn, der bei der Evonik die Abteilung „Digitalisierungsstrategien“ leitet und gleichzeitig der VCI-Taskforce Industrie 4.0 vorsitzt.

Zum Abschluss der Veranstaltung bewerteten Friedrich Überacker (Geschäftsführer LA der Arbeitgeberverbände der Chemischen Industrie NRW) und Frank Löllgen (Landesbezirksleiter Nordrhein) die Digitalisierung aus Sicht der Sozialpartner. Dass die Digitalisierung gestaltbar und deren Verlauf nicht vorgegeben ist, betonten beide Seiten. Wie diese Gestaltung im Detail aussehen wird, muss von den Sozialpartnern weiter diskutiert werden.

Bei Fragen zum Projekt steht euch der Projektsekretär Stephan Klein zur Verfügung.
Tel.: 0211 / 179 376 638
E-M@il: stephan.klein@igbce.de

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    Bernd Röttgers

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